Entstehen und Vergehen II - Auch das Schöne muss sterben

Sonntag, 23. Februar 2020, 20 Uhr


Kammermusiksaal der Philharmonie
Herbert-von-Karajan-Straße 1, Berlin, 10785
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Das Werk Styx für Viola, Orchester und gemischten Chor steht im Mittelpunkt des zweiten Konzerts. Es ist ein Kleinod zeitgenössischer chorsinfonischer Musik. In der griechischen Mythologie ist Styx der Fluss der Unterwelt, der das Reich der Lebenden von dem der Toten abgrenzt. Doch wo genau verläuft diese Grenze, wo hört das Entstehen auf, und wo beginnt bereits das Vergehen?

Der Komponist Gija Kantscheli weiß selbst, was es heißt, Grenzen zu überschreiten. 1991 hat er seine Heimat Georgien verlassen und lebt seitdem in Westeuropa. Seine Musik beleuchtet die Nachtseite des menschlichen Lebens, sie scheut sich nicht vor Abgründen und Einsamkeit.

Styx wird eingerahmt von zwei Werken, in denen Johannes Brahms Gedichte von Hölderlin und Schiller vertont hat. In Nänie geht es nicht um den Tod eines Menschen, sondern viel allgemeiner um den Tod des „Schönen an sich“. Es ist zum Tode verurteilt, kann aber in der Kunst weiterleben. Die Kunst selbst überwindet die Grenzen, die das Leben gezogen hat, und hebt die Gegensätze wieder auf.